Schlagwort-Archive: Digitalisierung

Bank als Begleiter ins Digitalzeitalter

Michael Pentzin plädiert dafür, Kunden neue Banktechnologien vorzuführen (Foto: G.Hofer/SchwabenPress)

Michael Pentzin plädiert dafür, Kunden neue Banktechnologien vorzuführen (Foto: G.Hofer/SchwabenPress)

Zeitungen tun sich seit Jahren ähnlich schwer wie Banken, ihre Antwort auf das Interzeitalter und damit veränderte Nutzergewohnheiten ihrer Kunden zu finden. Umso bemerkenswerter fand ich kürzlich die Beilage der Ludwigsburger Kreiszeitung (LKZ), die mir in die Hände kam.

Mehrwert vermitteln

Auf mehreren Seiten wird hier den Lesern didaktisch gut erklärt, wie sie die Digitalausgabe ihrer Lokalzeitung nutzen können und was dabei der Mehrwert ist gegenüber der gedruckten Ausgabe, z.B. günstigerer Preis, Verfügbarkeit unabhängig vom Zeitungsausträger, höhere Aktualität, weiterführende Hintergründe, Videoberichte und vieles mehr.

Erklär-Grafiken sorgen für Klarheit

Und dann wird mit vielen Grafiken auf dem Erklär-Niveau der „Sendung mit der Maus“ vermittelt, dass man zum Lesen ein Smartphone oder Tablet braucht, auf das man sich eine App herunterlädt und wie das geht. In der Graphik werden die Icons erklärt, wo sie sich auf dem Tablet befinden und was man mit ihnen macht, z.B. Schriftgröße verändern, blättern, Lesezeichen setzen oder Schnellsuche nach Stichworten.

Banken können aus anderen Branchen lernen

Schließlich bietet der Verlag seinen (Nicht-)Lesern Einführungskurse ins digitale Lesen an sowie günstige Tablets, auf denen die LKZ-App abrufbar und somit die Zeitung lesbar ist. Solche Angebote wünsche ich mir auch von Volksbanken und Kreissparkassen, die ihre (älteren) Kunden geradezu liebevoll ins digitale Bankzeitalter einführen.

Nutzer über Möglichkeiten aufklären

Denn auch in unserer Branche geht es darum, Mehrwerte aufzuzeigen, dass zum Beispiel Informationen von überall aus abrufbar und Transaktionen von überall aus machbar sind. Dass der Nutzer, der neudeutsch User heißt, seine Transaktionen digital nachvollziehen kann, weil sie dokumentiert sind, sofern er ein Gerät (PC, Tablet, Smartphone) und einen Internetanschluss via Kabel oder WLAN hat.

Kunden die Technikangst nehmen

Ideal wäre, die Banken bieten ihren Kunden Präsenzschulungen für Online-Banking, Videoberatung und Online-Shopping an, um deren Hemmungen abzubauen und Vertrauen in die eigene Beherrschbarkeit der Technik herzustellen. So würden die Kunden das persönliche Lern- und Erfolgserlebnis emotional mit ihrer Bank verbinden.

Auch Geräte und Internetverträge könnten die Häuser anbieten und dabei von ihrem guten Ruf und ihrer engen Kundenbindung profitieren. Schreiben Sie mir bitte, wo das bereits gemacht wird bzw. warum das so schwer sein soll. Herzlichst, Ihr, Michael Pentzin

Deutschland bleibt Bargeldland – vorerst

Deutsche zahlen gern in bar: Rund 50 Prozent der Ausgaben erfolgen in Schein und Münze (Foto: Zuckrigl)

Deutsche zahlen gern in bar: Rund 50 Prozent der Ausgaben erfolgen in Schein und Münze (Foto: Zuckrigl)

Mobile Payment, auch Tab and Go genannt, soll bis 2020 europaweit verfügbar sein, so der VISA-Europe Manager Volker Koppe. Wer auf seinem Handy die entsprechende App aktiviert, kann damit mühelos bezahlen. Ein Vorteil des bargeldlosen Verfahrens gegenüber Karten ist die Datensicherheit: Händler haben keinen Zugriff auf Kundendaten.

Diese sind auf der SIM-Karte des Smartphones gespeichert. Allerdings können sie von dort von Apple, Google oder Amazon gesammelt via die installierte App abgerufen werden. Die Tendenz, dafür geeignete Kassenterminals einzuführen, steigt. Die großen Discount-Ketten haben bereits begonnen.

Bargeld verursacht Kosten

Die Gründe kennt nicht nur Michael Pentzin, Geschäftsführer bei 3XBanktechnik: „Die Bargeldlogistik verursacht bei Händlern und Banken hohe Kosten, die angesichts miserabler Margen im Verkauf oder Zinsgeschäft mit allen Mitteln gesenkt werden sollen.“

Deutsche lieben Münzen und Scheine

Allerdings bezeichnet eine Studie der Bundesbank Deutschland als Bargeld-Land, weil noch immer weit über 50 Prozent aller Ausgaben bar bezahlt werden. Pentzin: „Jeder Prozentpunkt, um den dieser Wert sinkt, entlastet auch die Banken.“ Deshalb fordert er seine Kunden aktiv auf, sich auch darüber Gedanken zu machen, etwa im Dialog mit lokalen Handels- und Gewerbevereinen.

Rabatt-Systeme als Anreiz

Denn Technologien außer mobile Payment oder anderer Mehrwert, der den Konsumenten Anreize zur Veränderung ihrer Bezahlgewohnheiten böte, gibt es bislang keine. Und Rabatt-Systeme, die wieder zu Lasten der Marge gingen, erzeugen offenbar auch keine wesentlichen Verhaltensänderungen.