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Deutschland bleibt Bargeldland – vorerst

Deutsche zahlen gern in bar: Rund 50 Prozent der Ausgaben erfolgen in Schein und Münze (Foto: Zuckrigl)

Deutsche zahlen gern in bar: Rund 50 Prozent der Ausgaben erfolgen in Schein und Münze (Foto: Zuckrigl)

Mobile Payment, auch Tab and Go genannt, soll bis 2020 europaweit verfügbar sein, so der VISA-Europe Manager Volker Koppe. Wer auf seinem Handy die entsprechende App aktiviert, kann damit mühelos bezahlen. Ein Vorteil des bargeldlosen Verfahrens gegenüber Karten ist die Datensicherheit: Händler haben keinen Zugriff auf Kundendaten.

Diese sind auf der SIM-Karte des Smartphones gespeichert. Allerdings können sie von dort von Apple, Google oder Amazon gesammelt via die installierte App abgerufen werden. Die Tendenz, dafür geeignete Kassenterminals einzuführen, steigt. Die großen Discount-Ketten haben bereits begonnen.

Bargeld verursacht Kosten

Die Gründe kennt nicht nur Michael Pentzin, Geschäftsführer bei 3XBanktechnik: „Die Bargeldlogistik verursacht bei Händlern und Banken hohe Kosten, die angesichts miserabler Margen im Verkauf oder Zinsgeschäft mit allen Mitteln gesenkt werden sollen.“

Deutsche lieben Münzen und Scheine

Allerdings bezeichnet eine Studie der Bundesbank Deutschland als Bargeld-Land, weil noch immer weit über 50 Prozent aller Ausgaben bar bezahlt werden. Pentzin: „Jeder Prozentpunkt, um den dieser Wert sinkt, entlastet auch die Banken.“ Deshalb fordert er seine Kunden aktiv auf, sich auch darüber Gedanken zu machen, etwa im Dialog mit lokalen Handels- und Gewerbevereinen.

Rabatt-Systeme als Anreiz

Denn Technologien außer mobile Payment oder anderer Mehrwert, der den Konsumenten Anreize zur Veränderung ihrer Bezahlgewohnheiten böte, gibt es bislang keine. Und Rabatt-Systeme, die wieder zu Lasten der Marge gingen, erzeugen offenbar auch keine wesentlichen Verhaltensänderungen.